Im Dezember 2016 kündigt Assos an, was viele nicht mehr erwartet hatten: Die Rückkehr ins WorldTour-Peloton. Ab dem 1. Januar 2017 kleidet Assos das BMC Racing Team ein — drei Jahre lang, WorldTour und Development Team. Es ist das erste Mal seit über 25 Jahren, dass Assos ein Profiteam ausrüstet.

Warum BMC?

Zwei Schweizer Marken, ein Deal. BMC baut Räder in Grenchen, Assos entwickelt Bekleidung in Stabio. Dass ausgerechnet das BMC Racing Team — mit TAG Heuer als Uhren-Sponsor eine weitere Schweizer Marke im Portfolio — den Weg zurück ins Peloton ebnet, passt.

Das Fahrerkader gibt dem Deal Gewicht: Greg Van Avermaet, Olympiasieger 2016 in Rio, und Richie Porte, einer der stärksten Rundfahrer seiner Generation. Das BMC Racing Team hatte 2011 den Tour-de-France-Sieg mit Cadel Evans geholt und war ein etablierter WorldTour-Faktor.

Was Assos davon hat

Pearl Izumi hatte BMC bis 2016 eingekleidet. Assos übernimmt und nutzt die Partnerschaft als das, was sie intern «Werksmannschaft Pro» nennen: ein Testlabor unter Rennbedingungen. Die Fahrer testen Prototypen bei der Tour de France, dem Giro, den Klassikern. Was funktioniert, fliesst in die Serienprodukte. Was nicht funktioniert, geht zurück nach Stabio.

Einordnung

Die BMC-Partnerschaft markiert den Beginn einer neuen Phase für Assos. Aus der Marke, die Profis privat kauften, wird eine, die Profis offiziell ausrüstet. Nach BMC folgen Dimension Data (2019), Tudor Pro Cycling (2023) und EF Pro Cycling (2026). Der Anfang liegt hier, in einer Schweizer Partnerschaft zwischen zwei Marken, die Ingenieurskultur über Marketing stellen.