Im Juni 2023 lanciert BOSS eine Kollektion mit Assos. 24 Teile, Männer und Frauen, von Baselayern über Jerseys bis zu Windwesten. Die Frage, die sich dabei stellt: Braucht der Radsport eine Modehaus-Kooperation?

Was drin ist

Die Kollektion verbindet BOSS-Ästhetik mit Assos-Technik. Konkret heisst das: neutrale Farbtöne in Schwarz, Grau und Weiss — BOSS eben — aber mit Assos’ Temperaturregulierung und Feuchtigkeitsmanagement unter der Haube. Dazu Socken, Handschuhe und Spider Bags als Accessoires.

Der Anspruch ist klar: Teile, die auf dem Rad funktionieren und danach nicht nach Radsport aussehen. Ob man das will, ist Geschmackssache. Dass es technisch funktioniert, steht ausser Frage — Assos baut die Innereien, und die beherrschen sie seit 1976.

Der grössere Kontext: Tudor Pro Cycling

Die BOSS-Kooperation ist Teil eines grösseren Pakets. BOSS sponsert gleichzeitig das Tudor Pro Cycling Team von Fabian Cancellara — das Logo sitzt auf den Ärmeln der Teamtrikots. Dazu kommt eine Partnerschaft mit BMC für gebrandete Räder.

Für Assos ergibt sich ein stimmiges Bild: Tudor Pro Cycling fährt auf BMC, trägt Assos, rollt auf DT Swiss. Alles Schweiz. BOSS bringt die internationale Sichtbarkeit ausserhalb der Radsport-Blase.

Einordnung

Modekollaborationen im Radsport sind nicht neu — Rapha hat es mit Palace gemacht, Maap mit anderen. Aber Assos ist traditionell die Marke, die lieber Patente anmeldet als Kampagnen fährt. Die BOSS-Zusammenarbeit zeigt, dass sich auch in Stabio etwas bewegt. Dass die Kollektion im Juni lanciert wurde — mitten in der Radsport-Hochsaison — passt zum italienisch-schweizerischen Charakter beider Marken.