Im August 2019 betritt Assos Neuland: Die Zegho G2 ist die erste Radsportbrille der Marke. Entwickelt in Zusammenarbeit mit Carl Zeiss Vision Sunlens, handgefertigt in Italien, 27,5 Gramm leicht. Für eine Bekleidungsmarke, die 43 Jahre lang ausschliesslich Textilien und Polster gebaut hat, ist das ein bemerkenswerter Schritt.

Die Technik

Das V-TORIC Glas von Zeiss sitzt randlos in einem adaptiven Composite-Rahmen. Die tunnelView-Technologie — Assos’ eigene Bezeichnung für das erweiterte Sichtfeld — kommt vom Vorgängermodell, wurde aber verfeinert. Das Glas sitzt tiefer und schmaler als bei der ersten Generation.

Zwei Glastönungen: Interceptor Black für helle Bedingungen, Dragonfly Copper für wechselndes und schwaches Licht. Jede Brille kommt mit einem zusätzlichen klaren Crystal-Glas. Wechsel geht über den triggerClick — eine Push-to-Change-Mechanik an der Innenseite des Bügels. Kein Verbiegen, kein Kraftaufwand.

Für Brillenträger gibt es einen integrierten RX-Einsatz für Korrekturgläser.

22 Schritte, 37 Hände

Die Zegho G2 wird von neun europäischen Spezialherstellern gebaut, jeder liefert eine spezifisch konstruierte Komponente. 22 Produktionsschritte, 37 Personen physisch beteiligt. Das ist kein Massenprodukt — das ist Manufaktur.

Einordnung

Assos gegen Oakley, 100% oder POC? Nicht wirklich. Die Zegho G2 richtet sich an Assos-Kunden, die ihr System komplett machen wollen — gleiche Marke, gleiche Qualitätsphilosophie. Der Preis liegt im Premiumsegment, was bei Zeiss-Gläsern und italienischer Handfertigung wenig überrascht. Ob die Brille so stilprägend wird wie die erste Lycra-Hose, bleibt abzuwarten. Aber als erstes Nicht-Textil-Produkt zeigt sie, wohin Assos denkt.