Die wichtigsten Produkte von Pissei entstehen nicht auf einer Fertigungsstrasse, sondern in einer Werkstatt. Das Custom Lab in Pistoia ist der Ort, an dem Prototypen von Hand genäht, Stoffe getestet und Schnitte auf einzelne Fahrer angepasst werden. Ergänzt wird es durch eine Entwicklungsabteilung in Cremona, wo Windkanaldaten in Schnittmuster übersetzt werden.
TT-Suit: Der schnellste Anzug im Peloton
Der Zeitfahranzug von Pissei wird für jeden Fahrer individuell angefertigt. Im Windkanal getestet, auf den Körper und die Sitzposition des einzelnen Athleten zugeschnitten. Kein Anzug gleicht dem anderen — was für Pogačar funktioniert, passt nicht für Almeida.
Die Entwicklung folgt einem iterativen Prozess: Prototyp nähen, im Windkanal testen, anpassen, erneut testen. Die Zyklen sind kurz, weil alles unter einem Dach passiert — kein Versand nach Asien, kein Warten auf Samples.
Hybrid Suit: Vom Windkanal auf die Strasse
Der Hybrid Suit verbindet Zeitfahr-Aerodynamik mit Strassenkomfort. Pogačar wählte diesen Anzug für die Tour de France 2023 und für die Eintagesklassiker. Die Idee: Aero-Vorteile über den ganzen Tag nutzen, ohne die Bewegungsfreiheit eines klassischen Trikots zu verlieren.
100 Prozent Made in Italy
Die gesamte Produktionskette liegt in Italien. Stoffauswahl, Zuschnitt, Nähen, Qualitätskontrolle, Versand — alles in der Toskana. Das ist im Radsportmarkt ungewöhnlich. Die meisten Wettbewerber fertigen zumindest Teile der Produktion in Asien. Pissei bewahrt die vollständig italienische Fertigung auch für die Serienprodukte — nicht nur für die Profi-Kits.
Einordnung
Das Custom Lab ist Pissei’s eigentlicher Wettbewerbsvorteil. Nicht das Logo auf der Brust eines WorldTour-Fahrers, sondern die Fähigkeit, innerhalb von Tagen einen Prototyp zu bauen, zu testen und zu überarbeiten. Schnelligkeit in der Entwicklung statt Schnelligkeit in der Massenproduktion — ein Modell, das nur funktioniert, wenn alles an einem Ort passiert.