Manchmal braucht eine Marke vierzig Jahre, um über Nacht bekannt zu werden. Pissei nähte seit 1978 Radbekleidung in der Toskana — erst für Amateurteams, dann für Vereine, immer im Hintergrund. 2022 änderte sich alles, als UAE Team Emirates an die Tür klopfte. Heute ist Pissei der Ausrüster des dominantesten Teams im Profi-Radsport.
1978: Ellegi und die toskanische Textiltradition
Die Geschichte beginnt in Pistoia, vor den Toren von Florenz, im Herzen der italienischen Textilregion. Unter dem Namen Ellegi spezialisierte sich das Unternehmen von Anfang an auf Sportbekleidung. Die Toskana lieferte, was eine Bekleidungsmarke braucht: Zugang zu hochwertigen Stoffen, eine Tradition in der Textilverarbeitung und Näherinnen, die ihr Handwerk beherrschen.
2006 wurde aus Ellegi offiziell Pissei. 2019 übernahm eine neue Eigentümerschaft mit einer globaleren Vision. Doch die Produktion blieb, wo sie immer war: in Italien. 100 Prozent Made in Italy — vom Stoffzuschnitt bis zur letzten Naht.
Das Custom Lab: Wo WorldTour-Anzüge von Hand entstehen
Pissei betreibt ein Custom Lab in der Toskana, ergänzt durch eine Entwicklungsabteilung in Cremona. Hier entstehen die Prototypen, die später im Peloton getragen werden.
Im Dezember 2022 begann die WorldTour-Reise: Im Custom Lab wurden die ersten Prototypen des Magistrale-Trikots für UAE Team Emirates von Hand genäht. Was als Experiment begann, wurde zur Partnerschaft auf höchstem Niveau. Die Profifahrer testen Stoffe und Schnitte unter Rennbedingungen — und das Feedback fliesst direkt in die Kollektion ein.
Zwei Produkte stehen im Zentrum der Profi-Entwicklung:
Der TT-Suit — entwickelt als schnellster Zeitfahranzug des Pelotons. Im Windkanal getestet, auf den Körper jedes einzelnen Fahrers angepasst. Getragen von UAE Team Emirates und UAE Team ADQ.
Der Hybrid Suit — die Verbindung aus Zeitfahr-Aerodynamik und Strassenkomfort. Vom Windkanal auf die Strasse, von den Frühjahrsklassikern bis zu den Grand Tours. Tadej Pogačar wählte diesen Anzug für die Tour de France 2023 und die Eintagesklassiker.
2023: Die erste Saison — und gleich ein Paukenschlag
Schon im ersten Jahr lieferte Pogačar den Beweis, dass die Pissei-Kits unter Rennbedingungen funktionieren. Bei der Flandern-Rundfahrt attackierte er auf dem Oude Kwaremont, distanzierte Mathieu van der Poel und fuhr 19 Kilometer allein ins Ziel — sein erster Sieg bei diesem Monument. In der Woche darauf gewann er das Amstel Gold Race und die Flèche Wallonne. Im Oktober folgte die Lombardei-Rundfahrt zum dritten Mal in Folge.
Auf jedem Siegerfoto: das weisse Trikot mit dem Pissei-Herzlogo auf der rechten Brust. Für eine Marke, die ihre erste WorldTour-Saison fuhr, war das ein Sichtbarkeitsschub, den kein Marketingbudget kaufen kann.
2024: Das Jahr, das alles veränderte
Was Pissei 2024 erlebte, passiert einer Bekleidungsmarke einmal in hundert Jahren — wenn überhaupt. Tadej Pogačar gewann in Pissei-Bekleidung den Giro d'Italia und die Tour de France in derselben Saison. Dazu kamen Lüttich–Bastogne–Lüttich und die vierte Lombardei-Rundfahrt in Folge. Dann holte er sich im September die Weltmeisterschaft in Zürich — nach einem Solo über 100 Kilometer, mit 34 Sekunden Vorsprung auf Ben O'Connor. Die Triple Crown — Giro, Tour, WM in einem Jahr — war seit Eddy Merckx 1974 und Stephen Roche 1987 niemandem mehr gelungen.
Für eine kleine Manufaktur aus Pistoia bedeutete das: Die ganze Radsportwelt schaute plötzlich auf die Naht, den Stoff, den Schnitt, den Namen auf der Brust des besten Fahrers der Welt.
Warum wir Pissei führen
Pissei ist das Gegenteil einer Lifestyle-Marke. Kein aufgeblähtes Marketing, keine Celebrity-Kampagnen — stattdessen eine Fabrik in der Toskana, die seit über vier Jahrzehnten Radbekleidung näht und dabei besser geworden ist als die meisten anderen.
Die Serienprodukte profitieren direkt von der WorldTour-Entwicklung. Die Primapelle-Trägerhose nutzt thermoverschweissteSeitenpanels aus der Zeitfahranzug-Produktion und italienischen NYAL-Stoff — dasselbe Material, das im Peloton zum Einsatz kommt. Die Magistrale-Trikots basieren auf der Plattform, die für UAE Team Emirates entwickelt wurde. Die gesamte Produktionskette bleibt in Italien — auch bei den Serienprodukten, nicht nur bei den Profi-Kits.
Bei Kilometro führen wir Pissei, weil die Marke zeigt, was passiert, wenn italienisches Handwerk auf WorldTour-Anforderungen trifft. Was Pogačar im Rennen trägt, basiert auf derselben Technologie und denselben Stoffen, die du im Shop findest. Der Unterschied ist der Schnitt — nicht die Qualität.