Ein Lebensmittelingenieur entwickelt in seiner Garage Sportnahrung, weil ihm alles auf dem Markt zu süss und zu künstlich schmeckt. Zwanzig Jahre später versorgt seine Firma ein WorldTour-Team. Die Zentrale steht immer noch in Baar, Kanton Zug, die Belegschaft ist überschaubar, und der Gründer formuliert weiterhin selbst. So sieht es aus, wenn eine Boutique-Marke im Profi-Radsport ankommt.
2001–2006: Vom Ringer zum Lebensmittelingenieur
Remo Gugolz war Ringer und Lebensmittelingenieur. Drei Kreuzbandrisse beendeten seine Sportkarriere. Was blieb, war die Unzufriedenheit mit dem, was der Markt an Sportnahrung hergab: zu süss, zu künstlich, zu viele Kompromisse bei der Verträglichkeit. Also begann er 2001 in seiner Garage eigene Formulierungen zu entwickeln — Getränke, die sein Körper während der Belastung tatsächlich verwerten konnte, statt gegen sie anzukämpfen.
2002 trug die Arbeit erste Früchte: Mit seinen eigenen Supplementen im Gepäck gewann Gugolz nochmals einen Ringkampf. Vier Jahre später, 2006, gründete er die WINFORCE AG mit Sitz in Baar. Eine Ein-Mann-Firma mit einer klaren These: Sportnahrung muss so formuliert sein, dass der Körper keine Energie für die Verdauung verschwendet.
Die erste Bewährungsprobe: RAAM 2006
Die Firma war wenige Monate alt, als der erste grosse Test kam. Dani Wyss startete beim Race Across America — 5'000 Kilometer, 50'000 Höhenmeter, quer durch die USA — und gewann. Seine Verpflegung: Winforce. Für ein Startup, das noch kein Jahr existierte, war das ein Referenzpunkt, der schwer zu toppen ist. Wyss’ Körper hatte über Tage hinweg funktioniert, ohne dass die Ernährung zum Flaschenhals wurde.
Schweizer Radszene: Von der TORTOUR zum Engadin
Ab 2009 versorgte Winforce die TORTOUR, das grösste Mehrtages-Nonstop-Ultracycling-Event der Welt: 1'000 Kilometer, mehrere Alpenpässe, zwei Tage ohne Pause. Eine logistische Herausforderung für jeden Ernährungssponsor und ein Praxistest unter extremsten Bedingungen.
2021 kam das Swiss Cycling Alpenbrevet dazu — Furka, Gotthard, Tremola, Tessin. Im selben Jahr die Cyclotour du Léman rund um den Genfersee. Beim Engadin Radmarathon in Zernez ist Winforce Presenting Sponsor: An den Verpflegungsstationen stehen Carbo Basic Plus, Hydro Energy und Panforte bereit, auf der La Svizra (117 Kilometer über Flüela- und Albulapass) wie auf der kürzeren La Cuorta.
Wer in der Schweiz Radmarathons fährt, kommt an Winforce kaum vorbei. Die Marke hat sich still und systematisch in die Infrastruktur der Schweizer Langdistanz-Szene eingenistet.
Cancellara, IAM und der erste WorldTour-Kontakt
Um 2012 tauchte der Name Winforce erstmals im Strassenprofi-Kontext auf. Das RadioShack Leopard Trek Team — mit Fabian Cancellara im Kader — und das Schweizer IAM Cycling bezogen Nahrung aus Baar. Auch im Mountainbike lieferte Winforce an das Multivan Merida Biking Team, das über 30 Weltcupsiege sowie olympisches Gold und Silber vorweisen konnte. Die genauen Daten und Details dieser Partnerschaften sind dünn dokumentiert, aber sie markierten den Einstieg in den professionellen Radsport.
Groupama-FDJ: Ein Fahrer, der sich weigerte
Der Weg ins aktuelle WorldTour-Peloton verlief über einen einzelnen Fahrer. Ein Mitglied des Groupama-FDJ-Kaders weigerte sich schlicht, andere Sportnahrung zu verwenden. Das Team wurde aufmerksam, testete — und machte Winforce zum offiziellen Ernährungspartner. Remo Gugolz nannte es auf der Firmenwebsite «ein langgehegten Traum, der wahr wird».
Seither arbeitet Winforce direkt mit der medizinischen Abteilung von Groupama-FDJ zusammen. Das Team liefert Daten aus dem Rennbetrieb, Winforce passt Formulierungen an. CHO MAXX ist das meistverwendete Produkt im Teambus. Was als Einzelinitiative eines Fahrers begann, ist heute eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen einer Boutique-Firma aus Baar und einem französischen WorldTour-Team.
CHO MAXX und die Frage der Verträglichkeit
Das Verhältnis 1:0,8 zwischen Glukose und Fruktose ist in der Sportnahrung Standard geworden. Die meisten Hersteller setzen dafür auf Maltodextrin als Glukose-Quelle. Winforce geht einen anderen Weg: Statt Maltodextrin verwendet CHO MAXX eine Kombination aus natürlicher Stärke und Isomaltulose. Die Folge: deutlich weniger Süsse, stabilerer Blutzuckerverlauf und bis zu 120 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde.
Remo Gugolz entwickelte die Formel über drei Jahre. Das Problem, das er lösen wollte: Die gängigen 1:0,8-Mischungen sind oft so süss, dass sie über Stunden kaum trinkbar bleiben. Wer auf einem 200-Kilometer-Radmarathon stündlich hochdosiert Kohlenhydrate nachführen muss, braucht ein Getränk, das auch in der fünften Stunde noch runtergeht. CHO MAXX schmeckt bewusst mild. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Zutatenwahl, die Verträglichkeit über Geschmacksintensität stellt.
Warum wir Winforce führen
Winforce ist eine Schweizer Firma, die von einem Lebensmittelingenieur gegründet wurde, nicht von einem Marketing-Team. Alle Produkte werden in der Schweiz entwickelt und hergestellt. Die Panforte-Riegel entstehen handgemacht in einer Schweizer Bäckerei. Die Formeln werden im Austausch mit einem WorldTour-Team weiterentwickelt, unter realen Rennbedingungen getestet und sind zertifiziert dopingfrei.
Bei Kilometro führen wir Winforce, weil die Marke zeigt, was passiert, wenn Lebensmittelwissenschaft auf Ausdauersport trifft. Keine Massenware, kein globaler Konzern — eine Boutique aus Baar, die im WorldTour-Peloton gelandet ist und trotzdem die Verpflegungsstationen am Albulapass bestückt.